Bin ich bereit?

Meine spirituellen und praktischen Wünsche im Sterben und nach dem Tod

Die fünf Betrachtungen

Fünf Tatsachen, ihr Mönche, sollte jeder öfters bei sich erwägen, sei es Mann oder Frau, Hausner oder Hausloser.

Welches sind diese fünf Tatsachen?

Das sollte jeder öfters bei sich erwägen, sei es Mann oder Frau, Hausner oder Hausloser.

Anguttara Nikaya A.V.57

Meine Frau hatte sich sehr intensiv auf ihr Lebensende vorbereitet. Dazu gehörten nicht nur die Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, sondern auch spirituelle und organisatorische Fragen. Ihr spiritueller Weg in der Auseinandersetzung mit der lebensbedrohenden Erkrankung, in der Vorbereitung auf den Abschied von dieser Welt und ihr Sterben waren tiefgründig und meisterlich.
Ihre gute Vorbereitung war mir eine große Hilfe in schweren Krankheitsphasen, in allen notwendigen Schritten nach ihrem Tod und später in der Bewältigung meiner Trauer.

Im Vermächtnis meiner Frau, die ich bis zu ihrem Tod Zuhause begleitet hatte, möchte ich unsere/meine Erfahrungen ehrenamtlich und völlig kostenlos weitergeben.

Wie bereite ich mich am Besten vor?

Einverstanden sein, dass es nie an der Zeit und jederzeit an der Zeit ist.

Frau N. in Nele Koch: »Und wie geht es dir?«

Auch mein Lebensende will gut vorbereitet sein. Am Besten zu einer Zeit, wenn ich über meine geistigen und körperlichen Kräfte noch voll verfügen kann.

Wenn ich es einmal selbst nicht mehr bestimmen kann, was sollen und dürfen meine nächsten Menschen für mich regeln, wie sollen sie an meiner Statt entscheiden und was wünsche ich auf keinen Fall?

Welche Papiere muss ich vorbereiten (Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Bankvollmacht, Testament, Bestattungsvollmacht,…), wie sichere ich den befugten Zugang zu meinen elektronischen Geräten (Computer, Tablet, Smartphone), welche digitalen Accounts, welche Verträge usw. müssen gekündigt werden?

Wie möchte ich bei schwerer Erkrankung und am Lebensende umsorgt werden?

Was brauchen meine nächsten Menschen, um mich zu unterstützen und mich zu umsorgen, wenn ich meinen Willen nicht mehr äußern kann? Was brauchen sie, um nach meinem Tod alles Notwendige veranlassen und regeln zu können?

Nachdenken über

Schriftliche Vollmachten und Verfügungen

Patientenverfügung

Die Patientenverfügung ist eine schriftliche Vorausverfügung für den Fall, dass jemand seinen Willen nicht mehr äußern kann. Sie bezieht sich auf alle medizinischen Maßnahmen mit dem Schwerpunkt auf die Verweigerung lebensverlängernder Maßnahmen wie z. B. künstliche Ernährung oder Beatmung usw. Sie regelt rechtsverbindlich den eigenen Willen und wer bevollmächtigt werden soll, diesen Willen zu vertreten, wenn es einem selbst nicht mehr möglich ist.

Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht bestimmt eine/e Bevollmächtigte/n wie Partner, Kinder oder Freunde. Die Vorsorgevollmacht ist aufgeteilt in die Aufgabenbereiche Vermögensangelegenheiten, Aufenthaltsbestimmung, Befugnis zum Empfang der Post, Regelung zu digitalen Daten und Identitäten, Gesundheitsfürsorge, Vertretung bei Behörden, Kassen, Versicherungen und in Wohnungsangelegenheiten.

Die Vorsorgevollmacht ist wichtig zur Ergänzung der Patientenverfügung.

Vermögensverzeichnis

Im Laufe des Lebens sammeln sich die verschiedensten Dinge an. Manche sind Erinnerungsstücke, manche haben vielleicht einen materiellen Wert (Schmuck, Bücher, Kunstwerke, Uhren usw.). Menschen, die sich um Ihren Nachlass kümmern werden, wissen oft nicht, welche materiellen Werte sich hinter den einzelnen Gegenständen verbergen können. Einem Bild, einer Uhr usw. ist der tatsächliche Wert oft nicht anzusehen.

Die Menschen, die sich um Ihren Nachlass kümmern, werden dankbar für ein Vermögensverzeichnis sein. Legen Sie ein Vermögensverzeichnis an, in dem Sie tabellarisch diese Gegenstände beschreiben, den Ort ihrer Aufbewahrung, ihren vermutlichen Wert und an wen diese veräußert werden könnten.
In Ihrem Testament sollten Sie ggf. regeln, wer welchen dieser Gegenstände persönlich erhalten soll.

Alles braucht Zeit und Verständnis.

All diese Regelungen setzen eine umfassende Beschäftigung mit den eigenen Wünschen bei schwerer Erkrankung und für das eigene Lebensende voraus. So entstehen wichtige Unterlagen für die Gespräche mit den Bevollmächtigten; sie werden einmal wichtige Entscheidungen treffen, wenn man selbst nicht mehr dazu in der Lage sein wird.

Es wird den Bevollmächtigten Sicherheit geben, innezuhalten und über diese Gespräche und die Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen des schwerkranken oder sterbenden Menschen nachzudenken. So werden vorschnelle Entscheidungen vermieden und Unsicherheiten in ethisch schwierigen Situationen besser ausgehalten.

Begleitende Unterlagen

Jede/r Teilnehmer/in erhält eine kostenlose Broschüre (ca. 70 Seiten) zum Ausfüllen mit Tipps und Hinweisen sowie allen erforderlichen Unterlagen – jedoch ohne ein Testament, das unbedingt selbst handschriftlich verfasst werden muss (Mehr zum Thema Testament finden Sie in der Broschüre »Erben und Vererben« des Bundesministeriums für Justiz).

Auf Wunsch kann vor Ort die Broschüre mit allen Vollmachten und Verfügungen als ein personalisiertes PDF erstellt und auf einem Stick mitgenommen werden.

Quellen

Die Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung in dieser Broschüre beruhen auf den ausführlichen Informationen, Formularen und Textbausteinen auf den Webseiten des Bundesministeriums für Justiz,

sowie des Bundesministeriums für Gesundheit,

der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

… und meinen persönlichen Erfahrungen und meinen eigenen Vollmachten und Verfügungen.

Format

»Wohnzimmergespräch«

Gemeinsam reden im »Wohnzimmer« ist ein privates nicht-öffentliches Gespräch mit Vortrag und Diskussion und praktischen Hilfen inklusive Dateien für die Vorbereitung und Organisation Ihrer Wünsche und aller wichtigen Papiere. Ein Notebook mitzubringen ist von Vorteil, aber nicht Bedingung. Ansonsten bitte Papier und Stifte mitbringen.

Kostenlos

Aus unseren Erfahrungen habe ich eine ca. 70-seitige Broschüre »Bin ich bereit?« und diese Website zum Thema Vorbereitung auf das Lebensende, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung erstellt.

Dieses Angebot ist vollkommen kostenlos, unabhängig und ehrenamtlich und wird nur von privat im privaten Rahmen weitergegeben.

Keine Rechtsberatung

Das »Wohnzimmergespräch« ist keine Rechtsberatung. Es soll lediglich die Vorbereitung und Selbstorganisation aller notwendigen Schritte am Lebensende unterstützen. Insbesondere zu Fragen der Errichtung eines Testaments wird dringend empfohlen, einen Rechtsanwalt oder einen Notar aufzusuchen.

Termine

Bitte organisieren Sie einen Termin für Ihr »Wohnzimmergespräch« selbst. Ich treffe mich gerne mit Ihnen in einem von Ihnen organisierten geschützten privaten Rahmen bei Ihnen Zuhause oder in von Ihnen organisierten Räumen. Eine ungestörte Privatsphäre und der Schutz persönlicher Daten sollte jederzeit gewährleistet sein.

Orte

Kontakt

Rainer-Maria Fritsch, Sozialarbeiter/Sozialpädagoge, Staatssekretär a.D., Berlin. Schreiben Sie mir eine E-Mail mit Ihren Vorstellungen zu Zeit und Ort. Ich werde Ihnen so schnell wie möglich antworten.